Willkommen in der Welt der Inneren Medizin! 

Beachten Sie bitte, dass die Bilder keine Diagnosestellung erlauben und die Beschreibungen lediglich meine persönliche Meinung widerspiegeln und keineswegs medizinisch vollständig sind. 

Vielmehr möchte ich Ihnen hiermit regelmässig und abwechselnd einen kleinen Einblick in meine Tätigkeit bieten. 


Mittelalte, intakte Border Collie-Hündin wurde wegen steter Gewichtszunahme,  Scheinträchtigkeit inkl. Milcheinschuss und vermehrter Bildung von dicken Hautfalten vorstellig. Auffällig ist der breite Kopf,  fast eine maskuline Erscheinung.   

Die erweiterten Zahnabstände untermauerten den Verdacht auf eine Akromegalie. Überschuss an Wachstumshormon (GH) bei  einem erwachsenen Tier führt zu vermehrtem Wachstum von akralen Körperteilen, wie Kiefer wie auch des Weichteilgewebes (Haut). Im Unterschied zu den Katzen (Kater, Hypophysentumor) ist dies beim Hund am häufigsten durch eine Progesteron-induzierte Produktion vom GH in der Milchdrüse bedingt (Hündin).

Selten kann auch Hypothyreose beim Hund zur Akromegalie führen.  

Der Vorstellungsgrund bei diesem Rüden war ein intensiver Kotdrang, ohne Kotabsatz.  Die rektale Untersuchung ergab eine wulstige knotige Rektumschleimhaut. Eine Spiegelung (Kolonoskopie) bestätigte den klinischen Eindruck. Die anschliessende histologische Untersuchung der entnommenden Proben ergab leider eine bösartige Neoplasie (Lymphom).